Geschichte der Familie Rabich (Text)

Geschichte der Familie Rabich (aus Herda/Thüringen) als kurze Zusammenfassung. [Private Homepage]

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Geschichte der Familie Rabich

Das Geschlecht Rabich aus Herda/Thüringen

31.01.1998 Rev. 15.02.2001

Die Entwicklung der heutigen Familien mit Namen Rabich läßt sich weit zurückverfolgen, wobei drei Phasen unterscheidbar sind:

  1. Entstehung einer germanischen Groß-Familie in der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende, rückschließbar u.a. aus der Sprachforschung und der örtlichen Siedlungsgeschichte
  2. Die Zeit erster schriftlicher Belege (Urkunden, kirchliche Unterlagen) bis zu verfolgbaren Stammeslinien 16. bis Ende 17. Jahrhundert, allerdings mit Nachweis-Lücken
  3. Die Zeit der dokumentierten Generations-Entwicklungen mit weiteren Geschlechts-Spaltungen.

1. Der Familien-Name Rabich ist höchstwahrscheinlich germanisch-mythologischen Ursprunges mit einer angehängten hermandurischen Verkleinerung -ich und bedeutet soviel wie kleiner (weiser) Rabe. Auch mehrere andere Familiennamen aus der Ortschaft Herda sind germanischen Ursprunges wie zahlreiche Flur-, Forst- und Ortsnamen. Herda dürfte aus den Wort-Wurzeln Heer (Haard) und -da zusammengezogen sein und heißt Ort am Wald. Aus dieser Frühzeit gibt es Flurnamen Rabich-Grund nördlich unweit von Herda und Rabich-Liet unweit Lauchröden/Werra und am Hang zur Brandenburg, etwa 10 km nördlich von Herda (s. chronologische Übersicht und Gebiets-Karte).

Diese Thüringer-Wald-Region gehörte um 800 bis 1200 zum thüringischen West- oder Grenzgau. Sie wurde im Süden umschlossen von der uralten und bedeutenden Fernstraße „Hohe Straße“ West-Ost durch Herda, im Westen und Norden vom Flüßchen Werra, längs dessen sich eine Straße nach Osten unterhalb der Brandenburg befand, die jedoch wegen der Überschwemmungen im Sumpfgebiet häufig nicht passierbar war. Die Brandenburg bewachte das Eisenacher Tor - die Wartburg wurde erst später errichtet.

Aus örtlichen Namens-Bezeichnungen ist ableitbar, daß die Siedlung Herda zunächst aus wenigen befestigten Höfen mit Kemenate in Dorfmitte bestand und von zwei Toren an dem Bach „Suhl“ und ½ km östlich davon begrenzt wurde. Im 11. Jahrhundert gehört die Kirche von Herda zum Besitz der Reichsabtei Hersfeld. Eine Krämer- und Weingasse zeugen noch heute vom Handels-Charakter und einer Spann-Station für die Zugkräfte der Lastwagen den 7%igen Anstieg zum Dietrichsberg hinauf. Direkt vor Herda lag die Kreuzung mit einer weiteren Fernstraße Nord-Süd. Die Funktion des Ortes war also nicht nur die einer Bauerschaft, die den Wald und die allmählich gerodete Landfläche nutzte, sondern auch die von Dienstbarkeiten für die Fuhrmannschaft usw. Die Einwohnerschaft war bedroht durch Heeres- und Plünderzüge und durch die sie begleitetenden Krankheiten, sie erlitt verschiedentlich existenzbedrohende Eingriffe.

In der ersten Siedlungsperiode war die Region nur punktförmig und dünn besiedelt. Sie gehörte zum herrschaftlichen Wildbann und Waldbereich, bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde sie „adeliger“ Wald genannt. Es entwickelten sich einzelne „Burgen“ bzw. Amts- und Gerichtssitze, die von Adeligen innegehalten wurden, so insbesondere Gerstungen/Werra etwa 4 km entfernt und Hausbreitenbach , etwa 0,7 km entfernt an der Nürnberger Fernstraße über Marksuhl. Bemerkenswert ist die zu Kloster Hersfeld gehörige Ortschaft Berka an der Werra, etwa 3 km westlich von Herda, an der es eine Furth gab, die von Herda aus nach Frankfurt umgangen werden konnte über Rienau, Vacha/Werra. In Berka gab es bereits aus dieser Zeit eine slawische Fröner-Siedlung.

Zu den adeligen Grundherren gehört das sich nach Herda benennende Adels-Geschlecht, das urkundlich im 13. Jahrhundert als dem Kloster Hersfeld/Hessen nahestehend erscheint, im 18. Jahrhundert seine größte Machtstellung mit einem Sitz auf der Brandenburg erreicht und gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausstirbt. Die Geschichte dieses Adelsgeschlechtes scheint eng mit der des Geschlechtes Rabich verbunden zu sein, denn im 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts sind Namensträger Rabich Pächter von deren Vorwerken wie auch benachbarter Adelshäuser. Als Gardeleutnant (Reiter) gehören sie zum näheren Bereich am fürstlichen Hof in Eisenach. Ein Enkel als Zeugmacher und Händler erwirbt im 18. Jahrhundert einen Teil des ehemals fürstlichen Jagdschlosses in Marksuhl. Die Bauern Rabich waren relativ große Landbesitzer und früh Gemeindevertreter, Mitte des 19. Jahrhundert bekleideten sie das Bürgermeisteramt in Herda. Im Heimatmuseum Gerstungen gibt es eine Familiengeschichte Rabich.

Über die Jahrhunderte bis ins Mittelalter sind die Herrschaftsverhältnisse, Frondienstbarkeiten usw. verwirrend, es wechseln häufig die Vögte, Amtmänner, die „Eigentums“-Rechte. Die Familien Rabich müssen an die verschiedensten Herren Abgaben entrichten. Die von Herda haben zeitweilig die hohe Gerichtsbarkeit im Ort. Sie erbauen ein „Schloß“ am Ende von Herda Richtung Gerstungen neben der Patronatskirche, in der sie den ersten Rang einnehmen. Sie sind dem thüringischen Herrschern in Eisenach untertan. Allerdings währt die Herrschaft der Ludowinger, die auch die Wartburg errichten, nicht lang. 1131 erhält ein Nachfolger die Landgrafenwürde (im Rang eines Herzoges), aber 1247 erlischt dieses Geschlecht. Die Oberhoheit fällt nun an die Wetttiner-Sachsen, 1485 an den Ernestiner Zweig. Von 1596 bis 1644 und von 1672 bis 1741 gibt es ein (kleines) selbständiges Herzogtum Sachsen-Eisenach mit Sitz in Eisenach. Mitglieder des Geschlechtes derer von Herda sitzen dort in verschiedenen gehobenen Stellungen wie auch anderswo in der Umgebung.

2. Der Beginn des Geschlechtes der Rabich’s ist erst im 16. Jahrhundert dokumentiert. Um 1500 gibt es mehrere „Bauern“ (s. Schema) mit unterschiedlichen Höfen, die aber noch in enger verwandtschaftlicher Beziehung stehen. Um 1600 finden sich in den Kirchenbüchern naher Gemeinden Rabich’s. In diese Zeit fallen die Bauernaufstände, an denen offenbar kein Rabich teilnahm. Die Feudalherren derer von Herda standen auf der Gegenseite. Ähnliches scheint sich bei den Aktionen der Täufer im nahen Hausbreitenbach abgespielt zu haben, ein kleiner Bauer Fritz Erbe aus Herda mußte als Widersacher im Turm der Wartburg zu Tode schmachten. Widersinnig erscheint die Doppel-Herrschaft vom Hessischen und Thüringischen Grafen im Amt Hausbreitenbach, zu dem Herda gehört. Der eine Graf scheint zu einem milden, der andere zu einem harten und strengen Regiment zu neigen. So unklar wird es auch mit der evangelischen Reformation, die letztlich in der Absetzung sämtlicher Superintendenten im Eisenacher Bereich Mitte des 16. Jahrhunderts wegen Lehr-Unwürdigkeit mündet. Bedacht werden muß dabei, daß der Pfarrer von Herda zugleich Amtsschreiber, Adels-Erzieher und so etwas wie ein Schullehrer war, also beschützt wurde. Elendig kommt Mitte des 17. Jahrhunderts die Ehefrau des Heiligenmeisters Rabich zu Gerstungen als Hexe in der Folter zu Tode. Zur gleichen Zeit unterstützt ein städtischer Notar und bischöflicher Sekretär zu Fulda, Johann Peter Rabich die schreckliche Gegenreformation in Fulda. Hier wird die Spaltung des Geschlechtes Rabich deutlich.

In die zwei Jahrhunderte Mitte 15. bis Mitte des 17. Jahrhunderts fallen einschneidende Ereignisse. Die (erblich bedingten) Teilungen des Landbesitzes schmälern die Einkünfte, d.h. die Überschüsse aus der Agrarproduktion des einzelnen werden geringer. Bei der Beackerung wird die Effektivität durch die umständlichen Wegzufahrten und Rüstungen erheblich gemindert. Hinzu kommt, daß die ursprünglich ausreichenden Viehnutzungen im Wald und auf der Wiese sowie die Rodungsbereiche abnehmen. Gravierend werden Felddiebstähle, Fourage-Lieferungen wie im sieben-, dreißigjährigen Krieg usw. Das Fehlende muß zunehmend durch Nebenerwerb, wie an den Berufseintragungen im Kirchenbuch abzulesen, ausgeglichen werden. Das ist an der Familie Rabich zu erkennen. Mitte des 17. Jahrhunderts gibt es nur noch einen Teil an Bauern Rabich, allerdings bleibt der sogenannte Stammsitz aus dem 16. Jahrhundert an der Dorflinde in Herda (bis heute) im Besitz. Hinzu kommen noch andere Entscheidungs-Gründe für eine Umorientierung, die sowohl im religiösen Weisungsbereich nach Kloster Hersfeld und Fulda als auch in der Möglichkeit besseren Verdienstes im Nichtbäuerlichen, im Gewerbe begründet sind. So gelangen Namensträger auch in das fernere Ausland.

3. Die Rückverfolgung der Rabich’s ist bis heute über 10 Generationen zu vier Stammvätern, den sogenannten Stammlinien A, B, C und H (s. Schema), aufgeklärt. Davor liegen unbestimmt etwa 4 Generationen. Dabei zeigen sich sozial-familiengeschichtlich große Unterschiede, z.B. hoher Kindersterblichkeit, im Verlöschen eines Stammzweiges, im beruflichem Fortkommen und in Mobilität. Das bäuerliche Element Rabich in Herda funktioniert noch in unmittelbarer Nähe der Verwandtschaft. Am Stamm A wird dies deutlich. Der soziale Aufstieg des Familienmitgliedes gegen Ende des 17. Jahrhundert nach dem Hof in Eisenach setzt sich, zumindest zum Teil fort: es wird der Sprung zum Zulieferer des Fürstenhofes, zum Händler, also zu einem Vermögenden geschafft und schließlich entspringen ihm Musikdirektoren am Gothaer Hof u.a. Ähnlich ist dies im Stamm B. Der Urvater ist nicht nur Schreinermeister, sondern auch Organist in der Kirche zu Gerstungen. Er hat drei Ehen und demgemäß erzeugt er ein breites Nachkommenspektrum. Ihm entspringt eine Linie über einen Pfarrer-Schullehrer, die sich nach dem Rheinland orientiert, eine andere aus dem eines Hufschmiedes über Zwischenstationen zum ingenieurmäßigen Betätigen im IG-Farben-Bereich wie auch solche in Forschung und Entwicklung u.a.m. Dabei darf nicht vergessen werden, daß ein Teil der Rabich’s weiterhin im handwerklichen und gewerblichen Berufswerk verbleibt. Ein Stammvater setzt sich im Gefolge des dreißigjährigen Kriegs nach Hessen in Homberg/Effze ab, aus dem z.B. ein Zweig im Textilgewerbe von Elberfeld kommt.

Die lebenden Namensträger Rabich im deutschsprachigen Raum sind weitgehend über ihre Herkunft interviewt.

4. Das Gebiet der Auswanderer ist nur zum Teil untersucht. Sicher ist, daß mehrere Geschlechts-Mitglieder über die Jahrhunderte - bis zu Anfang dieses Jahrhunderts - insbesondere nach Amerika ausgewandert sind. Die Mithilfe der Namensträger ist unerläßlich, da der Anschluß an die sogenannten „verlorenen“ Namensträger gefunden werden muß, denn hiervon gibt es mehrere. Schwierig wird es dann, wenn die Daten für eine solche Recherche nicht ausreichen. Die Namens-Familie umfaßt auch folgende Varianten: Raabich, Rabbich, Rabig, jedoch nicht Rabisch o.a., die vermutlich ihren Namens-Ursprung im slawischen haben. Allem Anschein nach sind alle Träger des Namens Rabich auf den Herkunfts-Ursprung in Herda und Umgebung zu suchen; das Gegenteil konnte nicht bewiesen werden.

Die Erforschung der Genealogie Rabich hat Anfang des Jahrhunderts begonnen. Es sind bereits Teil-Chroniken verfaßt worden, jetzt wird ein Status-Bericht mit Einbettung in die Siedlungs- und Sozialgeschichte von Herda erstellt. Zuvor soll versucht werden, die noch als schließbar anzusehenden Lücken zu füllen und dazu bedarf es der Mithilfe anderer Mitglieder des Geschlechtes Rabich, insbesondere solcher, die bisher gänzlich außerhalb standen. Anschließend werden die Stämme mit denen aus weiblichen Mitgliedern ergänzt.

Folgende Daten und Fakten zur Geneaologie der Rabich (Herda) werden gesucht:

Alles, was man zurück zu seinen Ahnen weiß bzw. vermutet - einschließlich der mündlichen Mitteilungen von Vorfahren und der sonstigen Erinnerungen:

Konkret, im einzelnen:

  • Geburts- und Sterbe-Daten der Väter und Mütter sowie des Heirats-/Scheidungs-Datums usf.
    Einschließlich der
    • Ereignis- bzw. Herkunfts-Orte
    • Berufe
    • Besonderheiten wie z.B. Krankheiten, Leiden usw.
  • Kinder, Enkel usw. - Daten, s. vordem
  • Abstammungs-Daten der Väter und Mütter (Stamm-Linien) sowie
    Nachkommens-Daten der Kinder usw. einschl. der Heiraten dieser mit wem usw.
  • Biografische Besonderheiten, insbesondere solche des Berufs- und Ortswechsels, Militärische Dienste, Fronteinsätze usw.
    Besonderheiten, die richtungweisend sind für das Leben der Nachkommen
  • Vorhandensein von Stammtafeln, Ahnengeschichten
    Fotodokumenten, die für eine Genealogie wichtig und von Wert sind, derzeit sind nur etwa 3 bis 5 Generationen zurück - und nur von einigen - Bilddokumente (Häuser, Personen-Aufnahmen etc.) vorhanden
  • Angabe solcher Personen, die sich mit der Ahnengeschichte (Genealogie) Rabich befassen
  • Angabe solcher Personen, Geschichtsforscher, die sich mit der Siedlungsgeschichte Thüringen/Herda befassen
  • Hinweise auf Veröffentlichungen von Mitgliedern des Geschlechtes Rabich bzw. solche außerordentlichen Öffentlichkeits-Ranges (auch Patente usw.)
  • Hinweise auf erforderliche Kontakte zu Stellen, die in Bezug auf die Ahnen- und Stammforscher (Rabich) Hilfe leisten können, z.B. von Archiven, Bibliotheken, Sozial-Instituten usw.
  • Persönliche Erinnerungen, wie Briefe usw., die geeignet sind, in einer Genealogie/Sozialgeschichte zitiert oder verarbeitet zu werden.

Es wird begrüßt, wenn ebenfalls mitgearbeitet wird bzw. eine landesbezogene Meldestelle eingerichtet wird.

Zuschriften/Mitteilungen bitte an die oben genannte Adresse.